Gestern lief in den USA die erste Episode von "True Blood", der Serien-Umsetzung von Charlaine Harris' Sookie-Stackhouse-Reihe. Wer die Bücher nicht kennt: Die Serie spielt in den Südstaaten und handelt von einer Kellnerin namens Sookie Stackhouse, die Gedanken lesen kann. Was sich wie ein Segen anhört, ist eher ein Fluch, weil sie diese Fähigkeit kaum beherrschen kann, vor allem nicht wenn körperliche Nähe besteht. Dann taucht eines Tages der Vampir Bill in dem Café auf, in dem Sookie arbeitet. Es ist der erste Vampir, dem sie begegnet (obwohl sich die Vampire bereits vor zwei Jahren geoutet haben) und Sookie muß feststellen, dass sie wunderbarerweise die Gedanken von Vampiren nicht lesen kann. Zwischen ihr und Bill entwickelt sich eine Affäre und bald hat Sookie es mit noch mehr Übernatürlichem zu tun.
Bei youtube gibt es jetzt die erste Hälfte des Pilots zu sehen. Allerdings wohl nicht die Version, die gestern in den USA lief, sondern eine Vorversion an der noch einiges geändert wurde (eine Schauspielerin ausgetauscht, einige Szenen geändert, etc.). Aber das meiste scheint wohl doch geblieben zu sein.
Also: Von der Handlung her bewegt sich die Umsetzung zwar im Rahmen des Buches, aber die ganze Stimmung ist völlig anders. Ich weiß nicht, wie glücklich die Fans der Bücher mit der Serie sein werden. Während die Bücher in erster Linie witzig sind (der Humor ist manchmal albern bis zur Schmerzgrenze), ist die Serie wesenlich rauer und derber. Da bekommt man schon mal eine halbe Minute Vampirporno zu sehen. Nicht, dass es in den Büchern keinen Sex gab, aber das lief dann doch mehr unter der Romantikschiene. Der Humoranteil ist geringer und weitaus bissiger, als bei Charlaine Harris.
Auch die Figuren sind anders. Anna Paquin (der man die blond gebleichten Haare sehr ansieht, vor allem wenn man sie aus früheren Rollen in "Jane Eyre" und "X-Men" kennt) wirkt völlig anders als die Sookie aus den Büchern. Jünger, schlanker, weniger naiv. Ich mag sie, gerade weil ich nie ein großer Fan der Buch-Sookie war, aber da muss noch einiges mehr kommen, als das was ich gesehen habe.
Bill! Oh, Bill ist irgendwie sexy. Dazu muss man wissen: Ich konnte den Buch-Bill nie leiden. Zu glatt, zu langweilig. Optisch machte er in meinem Kopf nie was her. Der Bill in der Serie macht so einen etwas ausgemergelten und gefährlichen Eindruck, was eine nicht unattraktive Mischung ergibt.
Die anderen Figuren sind ok. Tara fand ich witzig. Sie hat dummen Kunden immer genau das an den Kopf geworfen, was ich auch manchmal sagen will. Da musste ich schon sehr grinsen. Taras Schauspielerin haben sie aber ausgewechselt. Mal sehen, wie die neue Tara so wirkt. Ich mochte die alte eigentlich auch.
Ganz große Klasse ist der Opening-Song. Passt sehr gut zu einer Vampirserie, die in den Südstaaten spielt. Dafür macht mir gerade der Handlungsort Südstaaten beim Zuhören ein echtes Problem. Dieser Akzent ist für mich manchmal sehr schwer zu verstehen, gerade wenn die Leute so extrem schnell oder durcheinander sprachen, was hier sehr oft der Fall war. Ich möchte Untertitel haben *sigh*
Vom Hocker gehauen hat mich diese erste Folge nicht. Allerdings war ich auch nicht extrem enttäuscht. Ich gucke weiter und harre der Dinge, die da kommen. Schließlich bin ich auch sehr gespannt auf Eric, den ich im Trailer zwar schon gesehen habe, aber ich will ihn so richtig in Aktion sehen.